Buecher
PENTAGRAMM
oder
Das Schulbrot, das in den Graben fiel
Im Mittelpunkt der Erzählung stehen ein neunjähriges Kind, ein fast nicht mehr lebendiger KZ-Häftling, eine gestresste Mutter, eine junge, verblendete Nazi-Lehrerin und eine verzweifelt-couragierte Dorfbewohnerin. Alle Fünf erleben ein unscheinbares, aber ungewöhnliches Geschehen, am Ende des Zweiten Weltkrieges, in einem Dorf in Schlesien, im kalten Winter 1944. Jeder hat seine eigene Geschichte, doch die Geschichten sind alle miteinander verwoben und aufeinander bezogen. Sie stehen stellvertretend für viele, viele Namenlose.
Informationen
Softcover
116 Seiten
10 x 14 cm
ISBN 978-3-940061-21-8
3 EUR (Preisänderung seit 1.5.2011)
Mehr über Benita Glage
Pressemitteilungen
Bayerischer Rundfunk Bayern 2, Sendung Notizbuch vom 25.02.2009
„Geschichte goes public – Wie sich mit historischer Forschung Geld verdienen lässt“
Radiobeitrag über Neumann & Kamp Historische Projekte und den August Dreesbach Verlag mit einer Rezension des Buches „Pentagramm oder Das Schulbrot, das in den Graben fiel“
Redakteur: Philipp Grammes
Der Moderator unterhält sich mit Frau Dreesbach allgemein über Neumann & Kamp Historische Projekte München und den August Dreesbach Verlag. Dann wendet er sich speziell dem im August Dreesbach Verlag erschienenen Buch „Pentagramm oder Das Schulbrot, das in den Graben fiel“ zu.
Moderator: Wie sind Sie auf Bettina Glage aufmerksam geworden, oder hat Bettina Glage Sie gefunden?
A. Dreesbach: Bettina Glage hat uns gefunden und hat uns dann ihr Manuskript zugeschickt. Sie kannte schon das bei uns erschiene Buch „Börsenkrach bei Hundertpfunds“.
Der Moderator und Frau Dreesbach unterhalten sich über die Entstehung von „Börsenkrach bei Hundertpfunds.“ Dann folgt ein gesprochener Beitrag über das Buch „Pentagramm“:
Pentagramm oder Das Schulbrot, das in den Graben fiel (Rezensiert von Claudia Decker)
Ein solches Büchlein hat erst mal schlechte Karten. Nur 115 kleine Seiten. Kein tolles Cover und keine große Auflage. Was hat es dennoch zu bieten? Der fünfzackige Stern steht für fünf Geschichten. Die Geschichten spielen im Winter 1944 in Schlesien. Das kleine Mädchen Marie erzählt die erste Geschichte. Der Vater gibt ihr den Rat: „Das einzige was zählt, Marie, ist, dass du dir jeden Morgen noch in die Augen schauen kannst!“ Dieser Satz begleitet das kleine Mädchen die weitere Zeit. Marie wird den Vater erst später verstehen, als sie die fünf Männer in KZ-Kleidung sieht, die auf dem Marktplatz Erde aufgraben. Eine Frau aus dem Dorf gibt ihnen Suppe, als die Bewacher einmal gerade nicht aufpassen. Keiner will ihre Fragen nach den Männern beantworten. Weder Mutter, noch die Lehrerin. Marie gibt den Männern trotzdem ihr Pausenbrot. Obwohl sie es nicht darf und obwohl sie gesehen hat, wie die Frau mit der Suppe abgeführt wurde. Sie geht danach mit sehr aufrechtem Kopf nach Hause: „Man könnte meinen, sie sei gewachsen!“ Dies ist die eine Sicht dieser unbedeutenden Tatsache, die anderen vier Perspektiven sind die der am Führer mehr und mehr zweifelnden Mutter, der dünkelhaften und prügelnden Lehrerin, der mutigen Frau mit dem Suppentopf und von einem der fünf ausgemergelten Gefangenen. Fünf kleine Geschichten über ein alltägliches Ereignis in einem schlesischen Dorf und sie sagen alles über die Nazi-Zeit, über die Schrecken, über die Angst, das Schweigen, das Wegschauen, das Mitmachen und das Mutigsein.
Nach diesem Beitrag setzen der Moderator und Frau Dreesbach ihr Gespräch fort.
Moderator: Das Pentagramm fällt aus dem Verlagsprogramm raus. Passt es trotzdem ins Konzept?
A. Dreesbach: Ja, denn das Konzept ist, dass wir Bücher verlegen wollen, die mit Geschichte zu tun haben, aber es können auch fiktionale oder literarische Bücher sein. Und wenn uns ein gutes Manuskript erreicht, dann versuchen wir das zu realisieren.
Moderator: Glages Pentagramm ist in einer Auflage von 999 Stück veröffentlicht worden. Da frage ich mich schon, für wen veröffentlichen Sie?
A. Dreesbach: Das war von uns ein erster Versuch für ein belletristisches Buch in unserem Verlag. Viel wird von Frau Glages Freunden und Bekannten gekauft werden. Frau Glage wird auch Lesungen abhalten in Bonn, sie lebt in Bonn. Und dann war das auch das Weihnachtsgeschenk von Neumann & Kamp und vom Verlag, das an unsere guten Kunden und Geschäftspartner ging. Wir versuchen jedes Jahr ein kleines Weihnachtsgeschenk in Form eines kleinen Büchleins zu publizieren.
Moderator: Sie fordern auf ihrer Homepage Autoren auf, Ihnen Manuskripte zuzusenden, ist Glages Pentagramm die Stecknadel im Heuhaufen?
A. Dreesbach: Es erreichen uns schon viele ungeeignete Manuskripte. Es ist also durchaus eine Ausnahme. Frau Glages Buch hat uns alle sehr berührt, und wir mussten den Text unbedingt machen.
Der Moderator bedankt sich bei Frau Dreesbach für das Gespräch und beendet die Sendung.
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