Buecher
„Wir sind die Letzten, fragt uns aus!“
Erfahrungen und Einsichten des
90-jährigen Max-Joseph Halhuber
„Natürlich weiß ich aus meiner eigenen Jugend, dass alte Menschen von den jungen nicht ganz ernst genommen werden. Aus meiner Selbstbeobachtung halte ich diese Einstellung für teilberechtigt. Ich vermute und rede mir ein, dass „Altersweisheit“ und „Altersschwachsinn“ nebeneinander existieren können. Man sollte sie aber in jedem Einzelfall zu unterscheiden versuchen …“
So beginnt der 90-jährige Max-Joseph Halhuber seine „Gedankensplitter“, in welchen er offen und ehrlich von seinem Befinden, seinen Sorgen, Erfahrungen und Erwartungen, seinen Gedanken zum Alter und zum Altern, aber auch zu Themen wie Nationalsozialismus, Homosexualität oder Feminismus berichtet – aufrüttelnde und ermutigende Gedanken für jeden, der alt ist oder es werden möchte. Halhubers klarer Blick auf persönlich Erlebtes, auf Wahrnehmungen und Gelesenes, die Prägnanz seines Ausdrucks und seiner Beurteilungen und vor allem auch die Klugheit, die Weisheit und die Liebe zu den Menschen, die aus seinen Zeilen spricht, sind höchst beeindruckend.
Max-Joseph Halhuber, geboren 1916 in Innsbruck, promovierte 1940 zum Dr.med. Von 1940 bis 1945 war er als Militärarzt tätig und anschließend bis 1967 Oberarzt an der Universitätsklinik Innsbruck. Danach war er bis 1981 ärztlicher Direktor der Klinik Höhenried für Herz-Kreislauf Krankheiten bei München, wo er die kardiologische Rehabilitation revolutionierte. Schließlich wurde er Professor für Innere Medizin an der Universität Innsbruck und an der Technischen Universität München.
Informationen
Hardcover
120 Seiten
15 x 21 cm
ISBN 978-3-940061-02-7
3 EUR (Preisänderung seit 24.3.2011)
Mehr über Max-Joseph Halhuber
Pressemitteilungen
Newsletter der Klinik Höhenried vom 6. November 2007
Halhubers Welt
"Wir sind die Letzten, fragt uns aus!" Mit diesem Titel seines soeben erschienenen Buches fordert Prof. Dr. Max-Joseph Halhuber die jüngere und junge Generation auf, sich mit Wissen und Erfahrung der älteren bewusst auseinanderzusetzen und sie für die weitere Gestaltung der Gesellschaft zu nutzen. Der Grandseigneur der kardiologischen Rehabilitation, von 1967 bis 1981 erster Chefarzt der Klinik Höhenried, lässt die Leserinnen und Leser an seinen Erfahrungen und Einsichten aus neun Lebensjahrzehnten teilhaben. Auf bewusst subjektive Weise und in teils launigem Stil geht es um Themen wie Gesundheit und Altern, Politik und Gesellschaft, Homosexualität und Feminismus. Besonders ausführlich befasst sich Halhuber mit dem Thema Nationalsozialismus und dem Umgang damit in der Nachkriegszeit. Außerdem liefert der rüstige Rehaprofessor auch viele Anekdoten und Gedankensplitter, die nicht nur Nachlass eines lebenserfahrenen Menschen, sondern auch Denk- und Handlungsanstoß für jüngere Generationen sein können. Max-Joseph Halhuber: "Wir sind die Letzten, fragt uns aus!" Erfahrungen und Einsichten des 90-Jährigen. August Dreesbach Verlag, München 2007. 120 Seiten.
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6020 vom 20. Juli 2007
Erinnern als Leidenschaft
von Bernhard Nicolussi Castellan
Prof. Dr. Max Halhuber lebt die Fleckerlteppichfamilie, ist bekennender theoretischer Feminist, glücklich verheiratet, liest täglich mindestens zwei Zeitungen, sieht sich als Altkatholiken, hat keine Angst vor dem Tod, nur vor dem Sterben. "Wir sind die Letzten, fragt uns aus!" betitelt der rüstige 90er seine Erfahrungen und Einsichten. Und bereits mit dem ersten einleitenden Satz stellt er sein literarisches Unternehmen und sich selbst in Frage. "Natürlich weiß ich aus meiner Jugend, dass alte Menschen von den jungen nicht ganz ernst genommenwerden." Aber Halhuber lässt sich die Chance nicht nehmen, auch weil er vermutet, dass "Altersweisheit" und "Altersschwachsinn" nebeneinander existieren können. Von Letzterem ist im Buch nichts zu entdecken. Halhubers Buch ist für älter werdende Väter, für all jene, die ihre Väter und Großväter besser verstehen wollen. Dieses Relativieren macht sich Halhuber zum Prinzip und ihm immer wieder möglich sein Bild von der Welt zu verändern. Fest bleibt er in seinen menschlichen Beziehungen. Seine großen politischen Themen – Nationalsozialismus, Homosexualität oder Feminismus – werden geprägt von persönlichen Erlebnissen. Stein für Stein vervollständigt sich das Buch Max-Josef Halhuber über seine Erinnerungen und Gedanken. Sie sind nicht immer leicht nachvollziehbar, manchmal widersprüchlich, kantig und brüchig.
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Tiroler Tageszeitung vom 18. Juli 2007, S. 15
Antworten im Alter
Die 90-Jährigen melden sich zu Wort. Der in Innsbruck geborene Arzt Max-Joseph Halhuber wendet sich mit der Aufforderung "Wir sind die Letzten, fragt uns aus!" an die nachgeborenen Generationen. Er nennt sich ironisch Zeitzeuge, wenn er das 20. Jahrhundert Revue passieren lässt. Eigenes Erleben vermischt sich mit den Reflexionen eines lebenslangen Lesers. Halhuber erinnert sich an den latenten Antisemitismus im Tirol der Zwischenkriegszeit, versucht Schuldgefühle und den wirksamen Populismus Hitlers festzumachen. Das Büchlein ist eine beherzte Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und dem Heute. Halhuber fordert von sich und den "Jüngeren" den Mut zum eigenen Denken ein. (sst)
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