else

Michael Kamp, Florian Neumann

Wer, wenn nicht wir.
Else Kröner – Unternehmerin und Stifterin

Else Kröner (1925–1988) war eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen Deutschlands. In dem Buch wird der Lebensweg dieser außergewöhnlichen Frau geschildert. Else Kröner hat in den Nachkriegsjahrzehnten aus einem mittelständischen Betrieb ein international agierendes Pharmaunternehmen gemacht und damit die Grundlagen für den heutigen DAX-Konzern Fresenius geschaffen.
1983 gründete sie die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung, deren Ziel die Förderung medizinischer Forschung und die Unterstützung notleidender Menschen ist. Else Kröner vermachte ihr Vermögen der Stiftung, die heute zu den größten Stiftungen in Deutschland zählt.


Informationen

Leinen mit Schutzumschlag
256 Seiten, zahlreiche Abbildungen
19 x 27 cm
ISBN 978-3-940061-44-7

38 EUR



Pressemitteilungen


Zeitschrift für Unternehmensgeschichte 01/2012



Die Fresenius SE & Co KgaA ist heute ein international tätiger Gesundheitskonzern mit weltweit 137.000 Beschäftigten. Im Mittelpunkt des Bandes steht die Lebensgeschichte von Else Kröner, langjährige Mitinhaberin und Leiterin des Unternehmens, wobei die von ihr begründete Stiftung als Herausgeberin fungiert. Ein solcher Hintergrund lässt kritische Distanz nicht unbedingt erwarten. Anders als man es häufig aus Auftragswerken dieser Art kennt, basiert der vorliegende Band jedoch auf umfangreichen und sorgfältig nachgewiesenen Recherchen in städtischen und staatlichen Archiven sowie im Nachlass von Else Kröner, so dass eine interessante Beschreibung der Geschichte des Unternehmens und des Wegs einer Unternehmerin in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik entstanden ist ... Der Band betreibt keine Heiligenverehrung, und auch geschäftliche und private Misserfolge finden Erwähnung ... Insgesamt entsteht ein anschauliches und dichtes Bild des allmählichen, aber stetigen Aufstiegs einer kleinen pharmazeutischen Firma zu einem Weltkonzern, wobei man umfassend über Produktlinien und neue Werke und Niederlassungen informiert wird. Auch die Person Else Kröner wird in vielen Facetten deutlich, insbesondere ihr dezidiertes karitatives Engagement ... (Dorothea Schmidt, Berlin)


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Süddeutsche Zeitung, 19. Februar 2011

Die Frau hinter dem Fresenius-Konzern
von Markus Zydra





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StiftungsWelt 04/2010



Wie erfreulich, dass die Else Kröner-Fresenius-Stiftung sich und uns allen dieses schöne, in jeder Hinsicht gut gemachte Buch geleistet hat! Und wie erfreulich, dass über das interessante und erstaunliche, in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Leben Else Kröners, geb. Fernau, nun in einer Biografie nachzulesen ist. Was war das für eine faszinierende Frau!
Else Fernau wurde 1925 in Frankfurt am Main geboren. Der Vater starb, als sie drei Jahre alt war. Else wuchs im großbürgerlichen Haushalt des Frankfurter Apothekers Dr. Eduard Fresenius und seiner Frau Else auf, in dem ihre Mutter als Haushälterin arbeitete. Das kinderlose Ehepaar nahm sich des Mädchens wie einer eigenen Tochter an. Else hatte gerade ein Pharmaziestudium begonnen, als Fresenius 1946 plötzlich starb und sie eine seiner drei Erbinnen wurde. Nach Abschluss ihres Studiums übernahm sie 1951 mit nur 26 Jahren die Leitung der Frankfurter Apotheke und des chemisch-pharmazeutischen Unternehmens in Bad Homburg, das Fresenius ebenfalls gehört hatte. In den folgenden drei Jahrzehnten baute sie das Unternehmen kontinuierlich weiter aus, wobei ihr ab Mitte der 1950er-Jahre der Volkswirt und Jurist Hans Kröner zur Seite stand, der später die Leitung zusammen mit ihr übernahm. 1964 heirateten die beiden. 1982 wurde das Unternehmen, das inzwischen 1.300 Mitarbeiter hatte, in eine AG umgewandelt. Fünf Jahre vor ihrem überraschenden Tod 1988 gründete Else Kröner zur Regelung ihrer Nachfolge im Unternehmen die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius·Stiftung, die sie als Erbin einsetzte. Sie ist heute die fünftgrößte deutsche Stiftung.
„Mit der vorliegenden Biografie möchte die Else Kröner-Fresenius-Stiftung die Erinnerung an die große Unternehmerin und Stifterin wachhalten und Else Kröner zugleich in einer Weise ehren, die zu ihr passt", ist in der Einleitung der Biografie zu lesen. „Formen der Überhöhung und Stilisierung fielen daher von vorneherein aus. Else Kröner wusste zwar, wer sie war und war stolz auf das, was sie geleistet hatte, aber sie blieb bescheiden. Das kam im persönlichen, unprätentiösen Umgang mit ihren Mitarbeitern genauso zum Ausdruck wie in ihrer Erscheinung. Ihr Leben lang kaufte sie Kleider von der Stange und freute sich darüber, wenn sie nicht gleich auf den ersten Blick als ,die Chefin' ihres Unternehmens zu erkennen war.“ Autoren des Buches sind die Historiker Dr. Michael Kamp und Dr. Florian Neumann, die für das Werk nicht nur Archivschätze gehoben haben, sondern auch zahlreiche Zeitzeugen befragten. Mögen Else Kröners Persönlichkeit und ihr Lebenswerk mit diesem Buch viele Menschen inspirieren. Und mögen weitere Stiftungen ihre Stifter mit gut gemachten Büchern würdigen. Damit wir uns von ihrem Vorbild inspirieren und begeistern lassen und ihre Botschaft weitertragen."


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Geschenkideen von Stiftungen



Die Biografie „Wer, wenn nicht wir. Else Kröner – Unternehmerin und Stifterin“ wird unter www.stiftungen.org als Geschenkidee für Weihnachten vorgeschlagen!


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Fresenius Medical Care überreicht dem Bundespräsidenten Christian Wulff das Buch „Wer, wenn nicht wir. Else Kröner – Unternehmerin und Stifterin“



Dr. Emanuele Gatti, Vorstand für die Regionen Europa, Lateinamerika, Naher Osten und Afrika und verantwortlich für die Strategieentwicklung bei Fresenius Medical Care (rechts), und Julius Krüger, Direktor Internationale Geschäftsentwicklung bei Fresenius Medical Care (Mitte), überreichen Bundespräsident Christian Wulff (links) zwei Geschenke: Eine Biografie der ehemaligen Fresenius-Inhaberin Else Kröner sowie ein Modell der Dialyseklinik in Ulyanovsk, das Auszubildende des Fresenius Medical Care-Werks in Schweinfurt für diesen Anlass angefertigt haben.

Biografie Else Kröner


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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Oktober 2010

Mit Zartsinn gemaltes Lebensbild
von Thorsten Winter


Bad Homburg. Was wäre gewesen, wenn der Verlobte von Else Fernau nicht 1943 an der Ostfront als vermisst gemeldet worden wäre? Wäre die junge Frau, die im Hause des Frankfurter Apothekers Eduard Fresenius aufwuchs, dann ihren Neigungen gefolgt und Bibliothekarin oder Kunsthistorikerin geworden? Vielleicht. Ganz sicher aber hätte der Gesundheitskonzern Fresenius in Bad Homburg heute ein anderes Gesicht als jenes, das Else Fernau und ihr späterer Mann Hans Kröner mehr als drei Jahrzehnte maßgeblich gestaltet haben. Und aus der Kaufmannstochter wäre kaum eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen Deutschlands geworden. Die Historiker Michael Kamp und Florian Neumann beschreiben nun in der Biographie „Wer, wenn nicht wir“ erstmals ausführlich die Konzernlenkerin und die Privatperson Else Kröner. Das Buch erscheint am Mittwoch – pünktlich zum Beginn der Buchmesse.
In Auftrag gegeben worden ist das 250 Seiten starke Werk von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung, die die Mehrheit am Fresenius-Konzern hält. Eine Jubelschrift haben die Autoren gleichwohl nicht verfasst, wie Kamp gestern bei der Präsentation versicherte. Sie seien vielmehr der Leitlinie gefolgt, „alles, was biographierelevant ist, unzensiert zu schreiben“. Bei Geschichten aus dem Privatleben ließen sie aber Taktgefühl walten – oder „Zartsinn“, wie Kamp es formulierte.
Karl Schneider, früherer Chef des Südzucker-Konzerns, würdigte Else Kröner als „die bedeutendste Persönlichkeit des Fresenius-Konzern“. Lange hat nichts auf ihre spätere Karriere hingedeutet, aber diese ist gleichwohl vorgezeichnet gewesen, wie der stellvertretende Vorsitzender der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung meinte. Schließlich habe der gesundheitlich angeschlagene Eduard Fresenius, dessen Ehe kinderlos blieb, nicht nur Else Fernau nach dem Tode ihres Vaters adoptiert – er habe auch eine Nachfolgeregelung für seine Hirsch-Apotheke in Frankfurt und den pharmazeutischen Betrieb in Bad Homburg gesucht. Kurz nachdem sie ihre Ausbildung zur Pharmazeutin begonnen hatte, verstarb Fresenius und vererbte Fernau, ihrer Mutter Therese und Prokuristin Emilie Scheele den Betrieb.
Die Apotheke, deren Stammsitz an der Zeil ebenso wie ein Großteil der Unterlagen des Pharmaziebetriebs den Kriegsbomben zum Opfer gefallen war, war nun in einer Baracke untergebracht. Freunde rieten, wie Schneider hervorhob, Fernau sogar zur Ausschlagung des Erbes oder dazu, eines der beiden Unternehmen aufzugeben, um das andere zu retten. Doch gleich, ob es der Optimismus der Jugend, der Reiz der großen Aufgabe oder die Verantwortung für die Mitarbeiter war: Fernau trat das Erbe an. Schneider erinnerte angesichts dessen an die „Trümmerfrauen“ und meinte, dieser Begriff könne nicht weit genug ausgelegt werden.
Die Erbin baute mit Beratern die Betriebe wieder auf. Den Beginn des dritten Abschnitts der Konzernhistorie datierte Schneider auf das Jahr 1951: Hans Kröner kam in die Hirsch-Apotheke, um eine Arznei zu kaufen – und trat gleichsam in Fernaus Leben. Mit Kröner, den Fernau im April 1964 heiratete, bekam das Unternehmen einen Schub. Obwohl er noch bei einem Münchener Unternehmen tätig war, trieb er das Geschäft mit Infusionen voran. So sehr, dass seine Gattin nach Darstellung Schneiders eines Tages meinte: „Wenn du es doch besser kannst, dann komme ganz zu uns nach Bad Homburg und übernehme Verantwortung.“
In der Folge stieg Fresenius in den Medizintechnik-Markt ein, in den siebziger Jahren lief die Produktion von Geräten für die Blutwäsche und Intensivmedizin an – mittlerweile ist der Konzern über die ebenso im Dax gelistete Tochter Fresenius Medical Care ein Global Player auf diesem Markt. Fünf Jahre vor ihrem überraschenden Tod durch Herzversagen 1988 gründete Else Kröner die nach ihr benannte Stiftung, der sie ihr Vermögen vermachte. Zeitlebens hat sie „nie viel Aufhebens um sich“ gemacht, wie Kamp sagte. Doch darf die Stiftung auch als Hinweis gelten, dass die Nachwelt sich ihrer erinnern sollte, wie er folgerte. So hätte Else Kröner vielleicht der Präsentation der Biographie nicht beigewohnt – aber auch nichts gegen das Buch einzuwenden gehabt.


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