Buecher
Brienner Straße 7 – Die Geschichte eines Münchner Palais.
Erstmals konnte die Baugeschichte des Palais Brienner Straße 7 in München rekonstruiert werden. Das Palais – 1839/40 erbaut – wurde als Teil der Prachtstraße, die eine Hauptstraße der mondän-eleganten Münchner Maxvorstadt ist, konzipiert. Die Ergebnisse der detaillierten Recherchen sind in dem Buch zusammengefasst. Das Buch ist bei Weitem jedoch nicht nur Baugeschichte, sondern erzählt auch von den Besitzern und den Bewohnern des Palais und macht so ein Stück Münchner Geschichte auf eine besondere Weise lebendig.
Informationen
Hardcover
208 Seiten, 63 Abbildungen
26,5 x 18,5 cm
ISBN 978-3-940061-28-7
28 EUR
Mehr über Michael Kamp, Marie Rau
Pressemitteilungen
Aus „Bayern im Buch“, Sachliteratur
Von Hannes S. Macher
Dokumentation der Kultur- und Sozialgeschichte rund um den Münchner Odeonsplatz.
„Fürstenweg“ hieß er einst, auf dem die bayerischen Regenten und ihre Hofbediensteten von der Münchner Residenz zum Schloss Nymphenburg gelangten. Als König Ludwig I. zu Beginn des 19. Jh. Das Areal entlang dieses „Fürstenweges“ vom Odeonsplatz über den Karolinen- zum Königsplatz von seinem Baumeister Leo von Klenze projektieren ließ, wurde aus diesem Feldweg einer der hochherrschaftlichen Boulevards der königlichen Haupt- und Residenzstadt. Doch eine Gräfin Lerchenfeld besaß zwischen den Wiesen und Krautäckern dieser nur zu Königs-, später zur Brienner Straße umbenannten Chaussee ein altes Schlösschen und dachte genauso wenig wie die nachfolgenden Besitzer dieser Immobilie daran, ihr Domizil zu verkaufen. Erst im Jahre 1837 willigte ein neuer Eigentümer dann doch ein, das adelige Wohngebäude samt Stallungen für repräsentativen Neubau abreißen zu lassen. Eine der vornehmsten Adressen der Kunst-, Mode- und Finanzstadt ist dieses Haus Brienner Straße 7 seitdem, dessen wechselvolle Geschichte dieses Buch aufblättert. Eine mit vielen historischen Fotos bebilderte Dokumentation, die mehr ist als eine Hauschronik, sondern über weite Strecken auch die Bau-, Kultur- und Sozialgeschichte rund um den Münchner Odeonsplatz höchst kenntnisreich ausbreitet.
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Süddeutsche Zeitung Nr. 239 vom 17./18. Oktober 2009
Brienner Straße 7 – ein Geschichtsbuch
von Franz Freisleder
„Brienner Straße 7“ lautet schlicht der Titel, den Michael Kamp und Marie Rau ihrem Hausgeschichtsbuch gegeben haben. Doch das Werk bietet mehr. Es richtet den Blick zurück auf die große Flächenumwandlung nördlich und nordwestlich der Altstadt, die um die Wende zum 19. Jahrhundert begann. Es befasst sich mit den Biographien der Hauseigentümer und Mieter, als da waren und sind: Adelige, Diplomaten, Militärs, Grundstücksspekulanten, Kaufleute, Kunsthändler, Modeschöpfer, Firmen, Verbände, Versicherungen, Architekten, Ärzte, Anwälte. Und es breitet, reich bebildert, die Geschichte des noblen Palais auf. Das Haus ist ein Musterbeispiel dafür, wie schwer es selbst König Ludwig I. hatte, seine Bauvorstellungen in München durchzusetzen. Die Brienner Straße ist unter Klenzes Regie schon zwischen 1810 und 1830 zur Prachtstraße geworden, da steht als einziger Altbau aus der Zeit vor der Umwandlung immer noch das so genannte Lerchenfeld-Schlösschen im Besitz des Generals Karl Theodor von Hallberg im Weg – auf einem Teilgrundstück der heutigen Brienner Straße 7. Ein weiteres Teilstück besitzt der Salinenrat Ludwig von Wolf. Selbst als der an Hallberg verkauft hat, muss sich Klenze trotz Einschaltung des Königs noch über Jahre mit dem General herumstreiten, bis dieser sich 1837 entschließt, "aus einer Hingebung für die Wünsche seiner Majestät" die Baulücke im Sinn der Gesamtkonzeption zu schließen. Hallberg veräußert den Neubau 1839, unmittelbar nach dessen Fertigstellung.
Auch der linke Flügelbau steht inzwischen, als die damalige Eigentümerin, Fürstin Ilka von Wrede, 1868 an den Kunsthändler August Humplmayr verkauft. Er erweitert den rechten Flügel und zieht 1869 mit seiner Galerie Wimmer ein. Unter seiner Ägide sowie der seiner Nachkommen wandelt sich das Nobel-Wohnhaus zum Nobel-Einkaufspalais vor allem für Kunsthandel. Drei prominente Galerien stehen dafür noch heute: Bernheimer, Maulberger und Wimmer. Von August Humplmayr jr. wird erzählt, den ersten Münchner Faschingsprinzen, von Jubiläumsfeiern, Bombenschäden und Wiederaufbau. Eine Hauschronik, die heitere und dunkle Tage einer Stadt reflektiert.
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