August Dreesbach (1844–1906)

»Makellos im Charakter, pflichttreu in der Arbeit, klug im Rat, fest in Entschlüssen und mild in der Denkungsart« – so beschrieb der Mannheimer Oberbürgermeister den Stadtrat, Reichstagsabgeordneten, Verleger und Redakteur August Dreesbach nach dessen Tod.

August Dreesbach, am 13. August 1844 in Düsseldorf geboren, war ausgestattet mit Ideenreichtum und Optimismus, und so kam es, dass der gelernte Tischler vom Niederrhein im Jahre 1874 in die Quadratstadt Mannheim zog, um dort die Organisation der Arbeiterbewegung in Südwestdeutschland aufzubauen. Gesandt wurde er vom Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, dem er seit 1867 angehörte. Früh machte er Bekanntschaft mit Ferdinand Lassalle, dem Gründervater der SPD, zu dessen Verehrer Dreesbach wurde.

In Mannheim angekommen, schwang Dreesbach sich nicht nur zu einem »Provinzfürsten« der Sozialdemokratie empor, er gilt auch als einer der Begründer des »badischen Reformismus«,
der »Großblockpolitik« mit den National- liberalen, die eine Alternative zur konservativen Sammlungspolitik auf Reichsebene darstellte. 1878 wurde August Dreesbach Mitglied des Bürgerausschusses der Stadt, sechs Jahre später wurde er Stadtrat und 1890 zog er als erster badischer Sozialdemokrat in den Reichstag ein.

 

Als Geschäftsleiter der Mannheimer Volksstimme und Redakteur des Pfälzisch-Badischen Volksblattes war ihm zudem das Recht der freien Meinungsäußerung ein Anliegen, außerdem setzte er sich für den Zugang aller Schichten zu Bildung und Wissen ein. August Dreesbach starb am 25.11.1906 in Berlin. Geradlinigkeit und das Einstehen für die eigenen Ansichten, gepaart mit politischem Idealismus – diese Eigenschaften machten August Dreesbach im ausgehenden 19. Jahrhundert zu einem individuellen, starken Charakter, dessen Vorstellungen und Bestrebungen in der damaligen Zeit manches Mal aneckten.

Gründe genug, August Dreesbach ein Denkmal zu setzen und unseren von Optimismus und Idealismus geprägten Verlag nach ihm zu benennen, der sich zunächst das Verlegen historischer Bücher zur Aufgabe machte. Dass wir mit den neu hinzugekommenen Schwerpunkten Kunst und Typografie neue Wege beschreiten, wäre sicherlich auch im Sinne von August Dreesbach gewesen!